Gute Arbeit – geht das ?

Die neueste Ausgabe des online-magazins Denk-Doch-Mal.de
beschäftigt sich mit der guten Arbeit:

http://www.denk-doch-mal.de

Gute Arbeit – geht das?

EDITORIAL

Klaus Pickshaus hat dieses zweite Heft von denk-doch-mal in 2010 zusammengestellt. Er erinnert in seinem Editiorial daran, dass es die Gewerkschaften waren, die das Thema Gute Arbeit überhaupt erst wieder zu einem Punkt auf der politischen Agenda gemacht haben. und im überigen: d-d-m sagt Dankeschön für seine Arbeit an dieser Ausgabe. mehr …

KRISENOPFER GUTE ARBEIT?

In einem Gemeinschaftsbeitrag gehen IG Metall Vorstandmitlied Hans-Jürgen Urban und Klaus Pickshaus auf die Bedingungen der Krise ein. Wie steht es um die Gute Arbeit, wenn allenthalben Angst um den Arbeitsplatz herrscht und Kurzarbeit auf der Agenda steht? Die Autoren fordern, dass die Gute Arbeit nicht der Krise des Finanzkapitalismus geopfert wird. mehr …

DIE HERRSCHAFT DIE FIANZKAPITALS VERHINDERT GUTE ARBEIT

Das meint Prof. Dr. Friedhelm Hensgbach und fordert dass die Wertschöpfung allen beteiligten Ressourcen gehört und muss demgemäß fair auf sie verteilt werden. Diese Korrektur kann jedoch nur dadurch erreicht werden, dass die finanzkapitalistische Entscheidungsmacht gebrochen wird und die Belegschaften, Kapitaleigner sowie die öffentliche Hand drittelparitätisch an den unternehmerischen Entscheidungen beteiligt werden. mehr …

SOZIAL IST, WAS GUTE ARBEIT SCHAFFT!

Gute Arbeit bedeutet, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, von dem Innovation und Kreativität ausgehen kann, das sagte SPD-Arbeitnehmer-Chef Ottmar Schreiner. „Gute Arbeit“ umfasse Aspekte wie Arbeitszeitgestaltung, Gesundheitsschutz, alternsgerechte Arbeitsplätze und die Förderung der beruflichen Weiterbildung. “Den Kern von guter Arbeit bilden für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die berufliche Zukunftssicherheit und ausreichende leistungsgerechte Einkommen.” mehr …

DER INDEX HAT SICH BEWÄHRT

Lothar Schröder vom ver.di Bundesvorstand findet die bisherige Bilanz des Projekts Gute Arbeit ermutigend. Aber: Es bestehe keinen Anlass, das Denken einzustellen. Die Dinge seien im Fluss: Die Basiskriterien Guter Arbeit blieben, aber die Konturen realer Arbeit veränderten sich in Reaktion auf veränderte Unternehmensstrategien, Markttrends und politische Weichenstellungen. mehr …

SIND WIRKLICH ALLE ZUFRIEDEN?

Arbeitszufriedenheit wirkt sich günstig auf das körperliche und psychische Wohlbefinden aus, das berichtet Tatjana Fuchs. Sie ist die Mitarbeiterin, die den DGB-Index Gute Arbeit beim INIFES betreut. Aber was genau bedeutet „Arbeitszufriedenheit“? Viele kennen das Phänomen, dass in Betriebs- oder in Bevölkerungsbefragungen 80-90 Prozent der Befragten alles in allem (sehr) zufrieden mit ihrer Arbeitssituation sind, obwohl in den selben Befragungen etliche Missstände und großer Handlungsbedarf zu Tage gefördert wurden. Wie lässt sich das erklären? Und, vielleicht noch wichtiger: Lässt sich Arbeitszufriedenheit überhaupt plausibel messen? mehr …

GUTE ARBEIT STATT PREKÄR

Gibt es ein europäisches Projekt Gute Arbeit? Thomas Händel, Metaller und Europäischer-Abgeordeter der Links-Partei in Brüssel meint ja. “Eine Alternativ-Strategie mit ihren verschiedenen „Pfeilern“ – wirtschaftspolitisch, ökologisch, beschäftigungs- und soziapolitisch im Inneren genauso wie in seiner außenpolitischen und außenwirtschaftlichen Dimension als Alternative zum Global Europe Konzept – kann damit die Leitidee für ein solidarisches europäisches Projekt darstellen”. mehr …

Bayern ist Schlusslicht bei der Freiheit der Schulen

Aktionsrat Bildung legt sein Jahresgutachten 2010 zum Thema

„Bildungsautonomie – Zwischen Regulierung und Eigenverantwortung“ vor

Der Aktionsrat Bildung stellt fest, dass Bayern, das Saarland und Thüringen am wenigsten

ihren Schulen am wenigsten Schulautonomie zugestehen. Die Experten empfehlen grundsätzlich die Schulautonomie zu verstärken. Sie betonen, dass  internationale Studien zeigen, dass Kinder an selbstständigen Schulen auf Dauer auch bessere Leistungen bringen.

Er unterstützt mit seiner Studie indirekt die Kritik von Lehrerverbänden und Schülern vor allem in Bayern wenig Freiheit bei der Umsetzung von Lehrplan und Unterricht. zu haben erweiterte Schulmanagementbefugnisse gibt es in Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. Kaum erweiterte Befugnisse gibt es hingegen in Bayern, Berlin und Saarland. Neue Steuerungsinstrumente sind in Bayern und Saarland „nicht vorhanden“ (Seite 17). Erheblich erweiterte organisatorische und administrative Handlungsspielräume gibt es in Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein. Bei der Anstellung neuer Lehrer und der Auswahl von Schulleitern haben die bayerischen Schulen bisher keine Mitsprache. Am weitesten in dieser Hinsicht geht Schleswig-Holstein, wo die Schulleiter gewählt werden. Zusammenfassend sagt der Aktionsrat: Bei der Gesamtbewertung im Bereich „Organisation und Verwaltung“ Hoch wird Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein eingestuft, niedrig hingegen Bayern, Saarland und Thüringen.

Auch bei der finanziellen Eigenständigkeit und Schwerpunktsetzung ist Bayern Schlusslicht:  bayerische Schulen sind hier wenig selbstständig. In etwa der Hälfte der Bundesländer dürfen die Schulen mittlerweile auch wirtschaftlich tätig sein – etwa Spenden eintreiben. In Bayern geht das laut Gutachten nur mit Einschränkungen. Natürlich ist es auch wichtig zu bedenken, dass die Schulen nicht Außerstellen von Sponsoring-Abteilungen werden sollen, doch mehr Flexibiltität wäre schon wünschenswert.

Die eigenständige Profilierung von Schulen ist in Bayern nur bei den sogenannten Modus21-Schulversuchen möglich, sonst ist die pädagogische Eigenständigkeit recht gering.

Auch im pädagogischen Bereich „erweiterte Handlungsspielräume in der Erziehungs- und Unterrichtsarbeit – flexible Lehrplangestaltung und Unterrichtsorganisation“ steht Bayern als einziges Bundesland bei der Rubrik „kaum oder gar nicht vorhanden“. Bei der nächsten Stufe “vorhanden” ist Saarland und Sachsen eingeordnet, “weitgehend vorhanden” steht bei allen anderen Bundesländern.

Auch beim Thema „Flexibilisierung der Stundendauer und Stundentafel, Budgetierung der Unterrichtsstunden“ hat bei Bayern als einziges Bundesland die Einordnung „kaum oder gar nicht vorhanden“ Die Gesamtbewertung lautet daher im Bereich „Pädagogische Aufgaben“ für Bayern als einziges Bundesland niedrig.

Bei der Schulqualität ist Bayern beim Autonomiegrad im Mittelfeld, an der Spitze stehen Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen.

Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) betonte, dass die Staatsregierung den Schulen größere Freiheiten geben wolle – dass aber die bisher bestehenden Möglichkeiten von vielen Schulen gar nicht genutzt werden. „Wir haben im Gesetz einen ganzen Kasten, der nur von einem Bruchteil der Schulen in Anspruch genommen wird“, sagte Spaenle. Der bayerische Kultusminister, der derzeit auch Vorsitzender der Kultusministerkonferenz ist, wird das Gutachten aus München schon ernst nehmen müssen. Die Erwartungen der bayerischen Wirtschaft an Reformen sind groß, vor allem wenn die Bildungsexperten betonen, Schulen mit mehr Autonomie bilden auch selbständigere und leistungsfähigere Schüler aus. Bei der  demographischen Entwicklung wird es in einigen Jahren zu wenig  Schüler, Studenten und Fachkräfte aus Deutschland geben. Da wird der Druck auf den bayerischen Bildungsminister steigen, seinen Kritikern entgegen zu kommen und die werden eher mehr als weniger.

Auf knapp 170 Seiten und einem Zusatzband mit knapp 100 Seiten (incl. CD mit einer Synopse der Schul- und  Hochschulgesetze)  legt der im Jahr 2005 gegründete Aktionsrat, der von der Vereinigung der bayerischen  Wirtschaft finanziert wird, wieder ein wichtiges Gutachten vor. Dem Aktionsrat Bildung gehören unter der Leitung von Professor Dr. Dieter Lenzen, dem Präsidenten der Universität Hamburg, Professor Dr. Hans Peter Bloßfeld, Universität Bamberg, Professor Dr. Wilfried Bos, Professor Dr. Hans-Dieter Daniel, Professor Dr. Bettina Hannover, Professor Dr. Manfred Prenzel, Gründungsdekan der TUM School of Education und Professor Dr. Ludger Wößmann, LMU München und Ifo-Institut an.

Dieses – und andere Gutachten – findet man im Internet unter:

http://www.aktionsrat-bildung.de

Arbeit am Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) unterbrochen

Deutsche Kultusministerkonferenz (KMK) soll endlich ihre Hausaufgabe erledigen – Arbeitgeber und Gewerkschaften stellten einen gemeinsamen Antrag.

Da schuften in vier Arbeitsgruppen Männer und Frauen zu Schwerpunkten wie IT, Metall-und Elektro, Gesundheit und Handel und was ist das Ergebnis ? Die Arbeit wird ausgesetzt, da die Kultusministerkonferenz (KMK) bis Ende Februar 2010 sich nicht wie die anderen Gruppen (u.a. Arbeitgeber, Gewerkschaften, Hochschulrektorenkonferenz) in den laufenden Diskussionsprozess einbringen kann oder will. Die Folge: bis jetzt ist nicht bekannt wie die KMK das Abitur in die acht Niveaustufen einpassen will.
„Arbeitgeber und Gewerkschaften haben schon immer gefordert, dass die Kultusminister-Konferenz (KMK) ihre Vorstellung zur Zuordnung allgemeinbildender Abschlüsse mit in die Diskussion einbringt.“
(Hermann Nehls am 15.3.2010 im Interview mit wap – IG Metall, dem internen Berufsbildungsportal = Nehls) Hermann Nehls ist der Koordinator der DGB –Gewerkschaften betont, „ dass die Zuordnung allgemeinbildender Abschlüsse durchaus wichtig ist für die Frage, wo am Ende die Zuordnung der BBiG-Berufe in einem Deutschen Qualifikationsrahmen vorgenommen werden soll. Die KMK hat sich über Monate geweigert, sich konstruktiv an dem 2. Erarbeitungsprozess zu beteiligen.“ (= Nehls)

Die Mitglieder der Arbeitgeber und der Gewerkschaften der vier Arbeitsgruppen haben sich verständigt, ihre Mitarbeit erst mal einzustellen. „Wir haben die Gefahr gesehen, dass die Arbeit in den vier Arbeitsgruppen mit Vorschlägen für die Zuordnung von BBiG-Berufen abgeschlossen wird und die KMK dann im Nachhinein sagt, wie die Zuordnung der allgemeinbildenden Abschlüsse aussehen soll. Konkret geht es um die Frage, auf welchem Niveau das Abitur zugeordnet werden soll.“ (Nehls)

In vier Arbeitsgruppen wird derzeit der Deutsche Qualifikations-rahmen (DQR) auf seine Praxistauglichkeit untersucht. Bis Ende Februar 2010 hätte sich die KMK festlegen und begründen sollen, auf welchen Niveaustufen die allgemeinbildenden Abschlüsse auf den acht Niveaustufen des DQR angesiedelt werden sollen, konkret geht es darum, ob das Abitur auf der Niveaustufe fünf angesiedelt wird.
Für Hermann Nehls ist klar: „ Um einen bildungsbereichsübergreifenden Rahmen zu entwickeln, brauchen wir aber die Zuordnung allgemeinbildender Abschlüsse.
Der Ansatz des DQR liegt ja gerade darin, die Versäulung der Bildung in der Bundesrepublik Deutschland zu überwinden, Durchlässigkeit und vor allem auch Gleichwertigkeit zwischen allgemeinbildenden und beruflichen Qualifikationsprofilen darzustellen. Trotzdem bleibt natürlich die Frage, wie viel Handlungskompetenz allgemeinbildende schulische Abschlüsse vermitteln“. Für ihn zielt der DQR darauf ab, Handlungskompetenz zu beschreiben.“ Um Handlungskompetenz zu beschreiben brauchen wir aber auch Beschreibungen der Sozial- und Selbstkompetenz auf allen Niveaus. Die Logik des Europäischen Qualifikationsrahmens hilft uns hier nicht. Der Europäische Qualifikationsrahmen geht aus von Kenntnissen, Fertigkeiten und Kompetenz. Kompetenz ist dem Wissen und der Fertigkeiten nebenstehend. Wir gehen von einer integrierten Beschreibung und Definition von Handlungskompetenz aus als Einheit von Fach-, Sozial- und Selbstkompetenz. Nur darüber ist es möglich, Gleichwertigkeit zwischen allgemeiner und beruflicher Bildung adäquat zu beschreiben.“

Doch jetzt ist erstmal der DQR auf Eis gelegt.

Fortsetzung folgt.

Berufsbildung 2010: Fast 90.000 Jugendliche suchten noch einen Ausbildungsplatz am Ende des Ausbildungsjahres

Berufsbildung 2010: Fast 90.000 Jugendliche suchten noch einen Ausbildungsplatz am Ende des Ausbildungsjahres

Der Berufsbildungsbericht 2010 ist noch nicht offiziell veröffentlicht und wird schon heiß diskutiert. Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung legte eine gemeinsame Stellungnahme zum Entwurf des Berufsbildungsberichts 2010 vor:“ Selbst nach den offiziellen Zahlen suchten fast 90.000 Jugendliche zum Ende des Ausbildungsberatungs-jahres trotz des demografisch bedingten Nachfragerückgangs noch eine Ausbildung. Dazu zählen die 9.603 als unversorgt bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber,
73.456 Jugendlichen mit „alternativem Verbleib“, die weiterhin einen Ausbildungsplatz suchen, 6.800 unversorgten Bewerberinnen und Bewerber aus den Optionskommunen.“ (Seite 1 der Stellungnahme). In der gemeinsamen Stellungnahme heißt es außerdem:“Mit rund 566.000 neuen Ausbildungsverträgen wurden im Ausbildungsjahr 2009 bundesweit rund 50.000 Ausbildungsverhältnisse weniger begonnen als im Jahr zuvor. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist um 8,2 Prozent gesunken“ Der Hauptausschuss stellt weiter im Konsens fest, dass „zur Sicherung des zukünftigen Fachkräftebedarfs die Ausbildungsleistung der Wirtschaft trotz der Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise auf hohem Niveau gehalten werden muss und dass vermehrt Anstrengungen dafür geleistet werden müssen, das System der dualen Berufsausbildung attraktiv für leistungsfähige Jugendliche zu gestalten. Gleichzeitig muss es zur Integration leistungsschwächerer Jugendlicher fähig bleiben.“ Die Datenlage ist nach wie vor nicht zufriedenstellend. Der Hauptausschuss verweist „aber mit Nachdruck auf die nach wie vor bestehende Notwendigkeit der Einführung einer integrierten Ausbildungsbericht-erstattung, mit der Ausbildungsverläufe nachvollziehbar abgebildet werden können“.
Die Arbeitnehmervertreter formulieren in ihrer Stellungnahme noch zusätzlich:
„Wir fordern deshalb folgende Eckpunkte für eine bessere Ausbildungsstatistik:
Jugendliche in Warteschleifen mitzählen: Wir brauchen einen Paradigmenwechsel. Jugendliche, die keinen Ausbildungsplatz erhalten, dürfen in der Statistik nicht als „versorgt“ gezählt werden. Junge Menschen, die in Maßnahmen „geparkt“ werden, müssen auch als
unversorgte Bewerber geführt werden. Nur so lässt sich ein realistisches Bild vom Ausbildungsmarkt zeichnen.
Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchen, müssen auch als Bewerber in der Statistik gezählt werden: Nicht alle Jugendlichen, die sich auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz an die Bundesagentur für Arbeit (BA) wenden, werden als „Ausbildungsstellenbewerber“ gezählt. Die BA sorgt frühzeitig für eine Auslese der jungen Menschen. Jugendliche werden als nicht ausbildungsreif deklariert und verschwinden als Bewerber aus der Statistik. Es darf nicht länger Bewerber erster und zweiter Klasse geben. Jeder Wunsch nach Ausbildung ist gleichviel wert. Möglichen individuellen Defiziten muss durch Beratung, Hilfe oder Förderung begegnet werden.
Für den Aufbau einer integrierten Ausbildungsmarktstatistik: Wir brauchen eine differenzierte Gesamtschau aller Ausbildungs- und Qualifizierungsangebote im Bildungssystem. Eine bessere Ausbildungsstatistik, die alle relevanten Ausbildungs- und Qualifizierungsangebote in den Blick nimmt, ist somit dringend erforderlich, um die Ausbildungssituation der Jugendlichen fundierter einschätzen zu können. Das beinhaltet die Zusammenlegung mehrerer Teilstatistiken, die auf Bundes- und Landesebene erhoben werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Schulstatistik für allgemeinbildende und berufliche Schulen, die Statistik der Bundesagentur für Arbeit und die Erhebungen des Bundesinstituts für Berufsbildung.“ (Seite 7)

Der Hauptausschuss beim Bundesinstitut für Berufsbildung ist das Parlament der Berufsbildung, bei dem je zu einem Viertel Vertreter der Arbeitnehmer, der Arbeitgeber und der Wirtschaft, der Länder und des Bundes vertreten sind. Der Berufsbildungsbericht wird zuerst als Entwurf
dem Hauptausschuss übergeben, dem dann die Gruppe der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber einen gemeinsamen Stellungnahme formulieren und zusätzlich getrennte Stellungnahmen an die Politik richtien. Voraussichtlich Ende März wird der Berufsbildungsbericht 2010 und der Statistikteil zum Berufsbildungsbericht 2010 veröffentlicht.

Vgl. http://www.bibb.de

Das Ehrenamt ersetzt den Staat nicht Welche Konsequenzen hat dies für die Bildungsaufgaben ?

Papst Benedikt XVI hat erneut deutlich gemacht, dass die Ehrenamtlichen „keine Lückenbüßer im sozialen Netz“ sind. Ehrenamtliche sind Menschen, die sich persönlich und freiwillig engagieren. Ehrenamtliche tragen dazu bei, „dass das Gemeinwohl verbessert wird, was das Ziel des menschlichen Zusammenlebens ist. Das macht der Zivilschutz insbesondere in schwierigen Augenblicken.“ So kann auch eine „neue Ausrichtung in der Gesellschaft“ erarbeitet werden, „die sich dann stärker auf die Tugenden und das Gemeinwohl richtet.“
Das Ehrenamt hat somit eine eigene Qualität und kann nicht vom Staat als Ersatz für staatliches Handeln gesehen werden.
Interessant wäre natürlich das Thema Ehrenamt auch auf die Bildungsbereiche zu übertragen. Was wären hier staatliche Pflichtaufgaben? Denn auch viele Ehrenamtliche helfen derzeit Kindern und Jugendlichen, Hausaufgaben zu machen, bei der Berufsoriientierung und der Jobsuche.

Der volle Wortlaut:

THEMEN DES TAGES:

Papst: „Ehrenamt ersetzt Staat nicht“
Ohne ehrenamtlichen Dienst kann eine Gesellschaft nicht lange überleben. Das hat Papst Benedikt XVI. an diesem Samstag betont. Er empfing in der Audienzhalle rund 7.000 Mitglieder des italienischen Zivilschutzdienstes. Diese hätten sich besonders bei den jüngsten Katastrophen in Italien bewährt. Benedikt erinnerte dabei besonders an das Erdbeben in den Abruzzen. Auch das Evangelium spreche über den ehrenamtlichen Dienst, so Benedikt.
„Dort heißt es, dass man nicht einfach jemand anderen mit Nächstenliebe beauftragen kann. Der Staat und die Politik, die für den Wohlfahrtsdienst sorgen, können die Nächstenliebe nicht ersetzen. Das habe ich auch in der Enzyklika „Caritas in veritate“ geschrieben. Die Nächstenliebe verlangt immer einen persönlichen und freiwilligen Einsatz. Deshalb sind diejenige, die ehreamtlich tätig sind, keine Lückenbüßer im sozialen Netz, sondern Menschen, die dazu beitragen, dass das menschliche und christliche Gesicht einer Gesellschaft zum Vorschein kommt.“
Der ehrenamtliche Dienst des Zivilschutzes beschränke sich somit nicht auf den Schutz der Menschen und deren Würde, fügte der Papst an.
„Sie tragen dazu bei, dass das Gemeinwohl verbessert wird, was das Ziel des menschlichen Zusammenlebens ist. Das macht der Zivilschutz insbesondere in schwierigen Augenblicken. Solche Momente bieten eine Gelegenheit, das Urteilsvermögen zu prüfen. Damit kann man eine neue Ausrichtung in der Gesellschaft erarbeiten, die sich dann stärker auf die Tugenden und das Gemeinwohl richtet.“ (rv)
(Nachrichten von Radio Vatikan 6.3.2010)

Bildung auch ein Thema beim Spitzengespräch der Wirtschaft mit der Bundeskanzlerin in München

Bildung auch ein Thema beim Spitzengespräch der Wirtschaft mit der Bundeskanzlerin in München

Am Rande der Internationalen Handwerksmesse traf sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Spitzen der deutschen Wirtschaft.

Am Ende der offiziellen Stellungnahme von Bundesvereinigung der Arbeitgeber (BDA), Bundesverband der Industrie (BDI), Deutscher Industrie-und Handelskammertag (DIHK) und Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) stehen folgende Zeilen über die Bildung und Berufsausbildung

„Mit Sorge sieht die deutsche Wirtschaft den sich anbahnenden demografiebedingten Fachkräftemangel bei gleichzeitig fehlendem Angebot an ausbildungsfähigen Jugendlichen. In Ost-Deutschland hat diese Negativentwicklung bereits spürbar eingesetzt. Die PISA-Studien haben in aller Deutlichkeit den Handlungsbedarf offengelegt. Die richtigen bildungspolitischen Schlussfolgerungen wurden in den Dresdner Beschlüssen vom Oktober 2008 gezogen. Deren Umsetzung darf nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden, im Interesse der wirtschaftlichen Entwicklung und der gesellschaftlichen Stabilität Deutschlands.“ (vgl. http://www.zdh.de – Presseerklärungen)

Auf Fragen in der Pressekonferenz antwortete Bundeskanzlerin Merkel, dass bis zum Sommer 2010 mit den Ländern besprochen werden soll, wo die großen Defizite seien, die behoben werden sollen. Wichtig sei –so die Kanzlerin – die Unterstützung von schwächeren Schülern. Denn – so die Kanzlerin – es kann doch nicht sein, dass die Schüler nach zehn Jahren die Schule verlassen und dann viele sagen, sie seien nicht ausbildungsreif. Daher werden die Kammern und Arbeitsagentur stärker Berufsberatung in den Schulen machen. ZDH-Präsident Otto Kentzler betonte, dass im Ausbildungspakt besprochen sei, dass die Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss und Ausbildungsplatz halbiert werden soll. Da jetzt die Kultusministerkonferenz (KMK) auch im Ausbildungspakt dabei ist, kann es ja jetzt nur noch besser werden.

Kommentar:

Neben den bekannten Forderungen der Wirtschaft wird am Ende auch die Situation in den Schulen ein wenig besprochen. Positiv ist, dass in diesem gemeinsamen Papier der Handlungsbedarf angemahnt wird, der zumindest nach dem Bildungsgipfel in Dresden im Oktober 2008 beschrieben wird. Positiv ist auch, dass die Kanzlerin auch den finanziellen Finanzbedarf für die Bildung in der Pressekonferenz bestätigt hat, da die Finanzminister derzeit fleißig rechnen, um die Differenz zwischen der benötigten Finanzsumme und dem derzeitigen Ausgaben möglichst klein zu halten. Positiv ist auch, dass deutlich beschrieben wird, dass die „Umsetzung der Beschlüsse …nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden“ darf. Zwar wird der Fachkräftemangel beschrieben, doch dass dafür das Übergangssystem verbessert werden sollte, kein Wort. Auch kein Wort, dass ein Tag zuvor im Haushaltsausschuss des Bundestages im Haushalte 2010 gerade der Weiterbildungsbereich bei der Arbeitsagentur um 900 Millionen Euro gekürzt wurde. Kein Wort, warum es nicht gelingt, die Jugendlichen in den Schulen so auf die Arbeitswelt vor zu bereiten, wie es für eine gute Berufsausbildung einfach zwingend ist. Natürlich kein Wort, ob eventuell auch eine längere gemeinsame Schulzeit, kleinere Klassen und eine stärkere Förderung der Schüler angesagt wäre.

Im Wortlaut:

[05.03.2010] Gemeinsame Erklärung Münchner Spitzengespräch 5.März 2010 (BDA, BDI, DIHK, ZDH)

Konjunkturbelebung unterstützen. Wachstumshemmnisse beseitigen.

Deutschland hat die Talsohle der Wirtschafts- und Finanzkrise durchschritten. Mit entschlossenem Krisenmanagement von Wirtschaft und Politik konnten die Schäden bislang begrenzt werden – insbesondere am Arbeitsmarkt. Dennoch bleiben Risiken für den Aufschwung, aktuell vor allem die exorbitante Staatsverschuldung im Euroraum sowie die Schwierigkeiten der Unternehmen bei der Kreditversorgung.
Vor diesem Hintergrund appelliert die deutsche Wirtschaft an die Bundesregierung, auf europäischer und internationaler Ebene weiterhin standhaft für Stabilität einzutreten, der Sicherung der Unternehmensfinanzierung hohe Priorität einzuräumen sowie Bürgern und Betrieben verlässliche Leistungsanreize zu geben und so ihr Vertrauen in die Zukunft zu stärken. Der Koalitionsvertrag steckt dazu einen geeigneten Rahmen. Deshalb fordert die Wirtschaft die Bundesregierung auf, an ihrem Leitgedanken festzuhalten, dass die Arbeit der Bürger sowie Produktion und Dienstleistungen wirtschaftlich gesunder Unternehmen die Basis aller Staatsfinanzen sind. Angesichts der stark angestiegenen Staatsverschuldung in Deutschland, kommt es darauf an, die Weichen auf eine nachhaltige Haushaltskonsolidierung zu stellen, damit der Verfassungsvorgabe der Schuldenschranke entsprochen wird. Die im Koalitionsvertrag vereinbarten Goldenen Regeln sind dabei ein erfolgversprechender Kompass.
Die deutsche Wirtschaft begrüßt das Bekenntnis der Bundesregierung zur Steuerpolitik als Wachstumspolitik. Sie sollte daher umgehend eine grundlegende Steuerstrukturreform in Angriff nehmen und dabei insbesondere – wie angekündigt – auf Leistungsgerechtigkeit sowie auf die Beseitigung von Wachstumsbremsen wie „Mittelstandsbauch“ und kalter Progression zielen. Ebenso sollten die im Koalitionsvertrag angekündigten Nachbesserungen bei der Unternehmensbesteuerung weiter vorangetrieben werden, um das Unternehmenssteuerrecht in Deutschland wettbewerbsfähiger zu machen. An dieser Zielsetzung muss sich auch die Reform der Gemeindefinanzen messen. Mit Blick auf die regional tätige Wirtschaft bedarf es einerseits nachhaltiger und stabiler Kommunalfinanzen, andererseits muss es substanzielle Fortschritte beim Abbau substanzbesteuernder Elemente in der heutigen Gewerbesteuer geben.
Die Wirtschaft ist sich bewusst, dass Entlastungen im Spannungsfeld mit den ebenfalls vorrangigen politischen Zielen Haushaltskonsolidierung, Beitragsstabilität in den Sozialversicherungen und Investitionen in Bildung, Forschung und Infrastruktur stehen. Insofern kommt es entscheidend auf ein stufenweises Vorgehen an. Die Gesundheits- und Pflegekosten müssen dringend vom Arbeitsverhältnis entkoppelt werden. Die von der Koalition geplante Schaffung von mehr marktwirtschaftlichen Elementen und Anreizen für ein kosten -und gesundheitsbewusstes Verhalten der Versicherten, die Festschreibung des Arbeitgeberanteils bei der gesetzlichen Krankenversicherung, die Einführung einkommensunabhängiger Arbeitnehmerbeiträge und die Ergänzung der Pflegeversicherung durch kapitalgedeckte Vorsorge sind wichtige Schritte dorthin.
Ein erhebliches Wachstumsrisiko ist die Unternehmensfinanzierung. Zwar deuten aktuelle Kennzahlen darauf hin, dass es nach wie vor keine flächendeckende Kreditklemme gibt. Sorge macht uns aber, dass gerade die Unternehmen, die für sich eine erheblich verbesserte Geschäftslage und insbesondere steigende Exporte erwarten, gleichzeitig überdurchschnittlich verschlechterte Kreditbedingungen beklagen. Es ist deshalb von zentraler Bedeutung, dass die Kreditinstitute in der Lage sind, bei anziehender Konjunktur die Unternehmen ausreichend mit Krediten versorgen zu können. Von dem von der Bundesregierung eingesetzten Kreditmediator erwarten wir ein unbürokratisches Verfahren, in dem geprüft wird, welche zusätzlichen Kreditoptionen sich im Einzelfall unter Einbeziehung von Förderprogrammen und Bürgschaften eröffnen. Auf diese Weise kann zugleich die Transparenz der Finanzkommunikation zwischen Kredit suchenden Unternehmen und Kreditinstituten erhöht und die Basis für neues Vertrauen gelegt werden.

Mit Sorge sieht die deutsche Wirtschaft den sich anbahnenden demografiebedingten Fachkräftemangel bei gleichzeitig fehlendem Angebot an ausbildungsfähigen Jugendlichen. In Ost-Deutschland hat diese Negativentwicklung bereits spürbar eingesetzt. Die PISA-Studien haben in aller Deutlichkeit den Handlungsbedarf offengelegt. Die richtigen bildungspolitischen Schlussfolgerungen wurden in den Dresdner Beschlüssen vom Oktober 2008 gezogen. Deren Umsetzung darf nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden, im Interesse der wirtschaftlichen Entwicklung und der gesellschaftlichen Stabilität Deutschlands.

Industrie hat in Deutschland Zukunft

Forschung und Bildung sind auch weiterhin die wesentlichen Treiber der deutschen Produktion.

Wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin in seinem Wochenbericht 9/2010 vom 3.3.2010 mitteilt, ist die„deutsche Industrie durch forschungsintensive Güter efolgreich:.“Nach Meinung des DIW ist in Deutschland die Produktion auf forschungsintensive Güter im Vergleich zu den anderen Industrieländern am stärksten ausgeprägt. Eine wesentlicher Grundlage des Erfolgs der deutschen Industrie seien die Verbesserungen bei der Effizienz der Produktion. Für das DIW ist die Botschaft klar: Die deutsche Industrie wird gestärkt aus der Krise hervorgehen. Für Heike Belitz vom DIW zeigt sich die Stärke Deutschlands bei den Hochtechnologien ua. im Maschinenbau, Kraftfahrzeug- und Schienenfahrzeugbau, Luft-und Raumfahrzeugbau und Mess-und Medizintechnik. Für Belitz ist die
„forschungsintensive Industrie in Deutschland sehr breit gefächert“.
Auch die Gefahr von Verlagerungen der Produktion sieht Belitz nicht:
„Es gibt eher einen Trend zur Rückbesinnung auf den Standort Deutschland. Die Industriezweige, in denen Deutschland stark ist, sind auf hoch qualifiziertes Personal angewiesen, und das finden sie eher im Heimatland als an ausländischen Standorten.“
Das Fazit: Deutschland eher mehr als weniger in Bildung und Berufsausbildung investieren, denn gerade die wissens-und forschungsgetriebene Produktion braucht qualifizierte, sehr ausgebildete Fachkräfte. Daher ist auch weiterhin die duale Berufsausbildung mit ihrer Kombination aus Lernen im Betrieb und in der Schule ein wichtiger Garant für die Ausbildung von Fachkräften in der Produktion und produktionsnahen Dienstleistungen.

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